sharemagazines – Die Revolution des Wartezimmers? Wer kennt es nicht: Stundenlanges Warten im Wartezimmer vor dem Arztbesuch aber die Zeitschriften dort sind entweder alle schon vergriffen oder aus dem letzten Jahrhundert. Ein junges Startup aus Oldenburg scheint die Lösung dafür gefunden zu haben. Die Idee hinter sharemagazines ist es, alle Zeitschriften und Magazine seinen Kunden digital zur Verfügung zu stellen. So können zum Beispiel alle wartenden Patienten in einer Arztpraxis die selbe Zeitschrift gleichzeitig lesen. Auch Gastronomiebetriebe wie Cafés oder Restaurant oder andere öffentliche Institutionen können den Dienst nutzen.

Doch wie kommt sharemagazines bei den Endkunden an und werden die digitalen Zeitschriften sich in Zukunft durchsetzten und die Printmedien wohlmöglich gänzlich von der Bildfläche verschwinden lassen? Diese und weitere interessante Fragen konnten wir den Gründungsmitgliedern von sharemagazines stellen.

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Interview

Wie ist bisher das Feedback der einzelnen Locations bzw. der Leser zu sharemagazines?

Das Feedback ist bisher von beiden Seiten aus sehr positiv. Die Gäste beziehungsweise Patienten sind zufrieden und nehmen den Service als innovativ wahr. In den gastronomischen Locations wird die Verweildauer und damit der Konsum der Gäste gesteigert. Die Hotels erhalten oftmals positives Feedback an der Rezeption.

Glauben Sie, dass sharemagazines Zeitungen und Zeitschriften in Zukunft weitestgehend aus allen Orten wie Fernbussen, Wartezimmern oder Cafés ablösen wird? Werden analoge Zeitschriften wohlmöglich gänzlich verschwinden?

Ich denke aktuell haben beide Formate ihre Existenzberechtigung. Wir merken das viele Locations gerne digital und Print anbieten, um möglichst viele Zielgruppen anzusprechen. Langfristig geht der Trend aber absolut zur digitalen Lösung, da sie zum einen kostengünstiger ist und zum anderen viele Vorteile bietet.

Sind die digitalen Zeitschriften identisch mit den “normalen” Zeitschriften oder gibt es Änderungen?

Es sind immer die aktuellsten Ausgaben – identisch zum Kiosk.

In Bezug auf Datenschutz und die vorangegangene Frage: Kann sharemagazines die Zeitschriften verändern, sprich beispielsweise personalisierte Werbung einfügen?

Wir liefern den Lesern die Ausgaben so, wie sie vom Verlag angeliefert werden. Sprich, wir fügen selbst keine Werbung ein und verkaufen auch keine Werbeplätze. Die Locations können allerdings eigene Inhalte uploaden und somit in ihren Räumlichkeiten für sich oder ihre Angebote werben. Das halten wir für fair, da die Locations für die Partnerschaft zahlen.

In welchem Land stehen die Server?

In Deutschland.

Welche Geräte und Betriebssysteme werden in Zukunft unterstützt?

Aktuell ist die App für iOS und Android verfügbar. Die Ausweitung auf andere Betriebssysteme haben wir bisher noch nicht konkret geplant.

Wie wird es technisch gewährleistet, dass die Zeitschriften einer Arztpraxis nicht auch beispielsweise im Café nebenan abgerufen werden können?

Je nach Location prüfen wir, welche Technologie am besten geeignet ist. Wir können den Service über Wlan, Beacons oder GPS einrichten. Durch die Auswahl des richtigen Verfahrens können wir eine Streuung des Signals unterbinden und damit garantieren, dass nur in der zahlenden Location über sharemagazines gelesen werden kann.

Stören sich die Verlage nicht daran, dass man im Prinzip alle Zeitschriften per Screenshots abfotografieren und so als Endnutzer überall kostenlos die Zeitschriften lesen könnte?

Da die Auflage von E-papers in den letzten Jahren stetig gestiegen ist und sich dieser Trend weiterhin fortsetzen wird, nutzen die Verlage unseren Service als zusätzliches Medium, um ihre Magazine und Zeitungen zu verbreiten. Sie sehen die Kooperation mit uns daher positiv. Vor Missbrauch sind letzten Endes aber weder wir noch die Verlage – unabhängig von der Art der Verbreitung – gänzlich sicher.

Gibt es bereits Pläne für die Zukunft sharemagazines auch ins Ausland zu bringen?

Bereits heute erhalten wir viele Anfragen aus dem Ausland, z.B. Österreich, der Schweiz, Tschechien, Sansibar und Italien. Technisch können wir das bereits umsetzen und es gibt auch schon einige Kunden im Ausland. Die internationalen Freigaben für jedes einzelne Magazin sind ebenfalls in Arbeit.

Welche neuen Features für die App sind für die nahe Zukunft geplant?

Zunächst wird es eine Kioskfunktion geben: Sobald ein Nutzer eine sharemagazines Location verlässt, hat er die Möglichkeit, die Ausgabe der Magazine aus unserer Bibliothek zu erwerben und außerhalb der Location weiterzulesen.
Zudem wird es ein Update bezüglich der Anzeige von Speisekarten, Gästemappen und weiteren Locationinfos geben. Dieser Bereich wird klarer von der Bibliothek getrennt werden. Zudem bekommen Locations die Möglichkeit, ihr Logo hochzuladen und sharemagazines als ihren exklusiven Service darzustellen.

sharemagazines bildsharemagazines – Das Fazit

sharemagazines revolutioniert nicht nur das Wartezimmer in Arztpraxen, es sagt auch der Papierverschwendung den Krieg an. Zeitschriften und Magazine sind oftmals nur kurze Zeit aktuell und werden meistens nur einmalig gelesen, da ist es viel ökonomischer die Zeitschriften digital zu lesen. Ich bin gespannt wie sich sharemagazines in Zukunft entwickeln wird und werde, wenn ich mal an eine Location komme, den Dienst definitiv ausprobieren. Die App ist für jeden Leser schließlich kostenlos.

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