Die Waffe wird einem in die Hand gedrückt, Mission Anweisungen ausgesprochen und dann ab ins Gefecht. Dem Spieler wird dadurch weniger Zeit gelassen zu überlegen, denn er muss Handeln.

Mit gezückter Waffe und ebenfalls nie alleine brechen wir auf in die Fortsetzung von Modern Warfare 2. Hier geht es direkt zur Sache: Krieg in den USA, Schlachten in Frankreich und Gefechte in Hamburg. In Modern Warfare 3 bekommen wir einiges von der Welt gezeigt, auch wenn das meiste unter den Trümmern der einstürzenden Hochhäusern liegt.

Angefangen wird da wo aufgehört wurde. So startet der Spieler als Yuri mit Captain Price und dem verletzten Soap, nachdem Makarov entkommen war. Soap’s Lage ist stabil, jedoch werden seine Freunde und er in Indien überrascht als es gerade so ruhig schien. Jetzt gilt nur noch Eines: Soap sicher hier raus bringen und anschließend wieder Makarovs Fährte folgen.

Alle die in MW2 mitgefiebert haben, werden dies auch wieder in MW3 machen können. Die Kampagne bietet viel Spielraum für eigene Emotionen und Freude am Spiel, da man sich wunderbar in die Lage seiner Spielfigur versetzten kann. Umso besser wird es in der letzten Mission, wenn man Captain Price spielen darf, den coolen Opa Price. Er ist bis zu diesem Zeitpunkt quasi schon ein Mentor, ein kleiner Meister Yoda für den Spieler geworden. Meine Freude war sehr groß als es hieß: Captain Price, Sonderkommando 141.

Sterben um zu Gewinnen

Warum man so ein Spiel spielt ist klar: Um zu Gewinnen! Man möchte den Feinden ordentlich Eins verpassen und dabei so wenig wie möglich einstecken. Spieler die mit einstecken nicht zurechtkommen sind in Modern Warfare 3 ein bisschen fehl am Platz, da man oft stirbt um das Level zu beenden. Die Protagonisten werden kurzer Hand erschossen oder fallen aus einem Haus raus und sind dann tot. Mich macht das ein bisschen stutzig, da ich gerne auch gewinnen würde, wenn ich mich in den Krieg schmeiße und mit aller Macht versuche, das Böse zu vernichten und die Feinde auf Distanz zu halten. Doch hier bekommt man in so gut wie jeder zweiten Mission ins Gesicht gespuckt und die Pistole an den Kopf gehalten.

Oft passiert es auch, dass die Zielperson, die man einfangen wollte, fünf Meter vor einem in einen Helikopter springt und dann Adieu und Lebe Wohl sagt. Die Moral von der Geschichte heißt dann meistens, man schaffe es bestimmt in der nächsten Mission. Und hier wiederum frage ich mich warum man mehrere Missionen für ein Ziel macht und den Spieler so oft verletzt zurück lässt. Wäre es nicht sinnvoller längere und komplexere Missionen zu machen, dafür aber das Ziel schaffbar zu machen?

Mal dies, dann das und dann auch noch das!

Wer denkt, dass man in MW3 nur eine Waffe in der Hand hält und damit auf Feinde schießt hat sich gewaltig geschnitten. Genauso gewaltig ist die Vielfalt, die dem Spieler in MW3 geboten wird. Mal sitzt man hinter einem Geschütz, mal in einem Helikopter oder man fährt in einem Panzer durch ein Parkhaus in Hamburg. Selbst die Waffen sind nicht jede Mission gleich und wurden zusätzlich gut modifiziert. Ebenfalls kann der Spieler hier Waffen von den Feinden aufheben, wenn die Munition mal knapp werden sollte.

Eine Große Veränderung von MW2 zu MW3 gibt es auch im Story Verlauf: In MW3 wird es dem Spieler nie langweilig, man hat immer allerhand zu tun und wird bei den Missionen gut gefordert. Doch leider ist dies auch schon nach guten vier Stunden vorbei.

Harmonie

Besonders gut harmonieren der Sound, die Level und deren Design. Schön ist gerade die Stelle, an der man als Yuri mit Soap und Price in einem kleinen Fluss in einem Wäldchen auftaucht und das Licht durch die Blätter auf dem Wasser spiegelt. Dazu gibt es noch ordentlich etwas auf die Ohren, denn die Musik ist eigentlich immer passend und harmoniert einfach wunderbar mit der Landschaft, die man gerade durchstreift. Doch wenn man es ganz genau nimmt hat diese schöne Grafik auch ein paar schwere Schwachpunkte.

Hier wurde zwar viel ins Detail gegangen, aber um die Konkurrenz und damit Battlefield 3, das auch im selben Jahr auf den Markt kam, zu übertrumpfen, reicht es noch lange nicht. MW3 ist ein klassisches Spiel, bei dem man permanent durch die Handlung gerissen wird und so gut wie gar keine Zeit hat sich die Details näher anzuschauen, was nicht heißen soll, dass es schlecht ist. Ich persönlich finde wenn man zu viel auf andere Dinge achtet die gar nichts mit dem Spielgeschehen zu tun haben, wie zum Beispiel eine Palme und ihre Kokosnüsse, so haben die Entwickler definitiv eine zu lasche Story gemacht, dies ist bei MW3 nicht der Fall.

Leider Leider Leider Leider wurde trotzdem auch hier wieder die alte Grafik Engine verwendet, was wirklich jammerschade ist, da das Spiel einen wunderbaren Eindruck macht und sich einfach nur fantastisch spielen lässt. Ich bin mir sicher mit einer neuen Engine wäre es ein Schmaus geworden.

Fazit

Call of Duty Modern Warfare 3 ist sein Geld auf jeden Fall wert. Zwar ist die Spielzeit deutlich kürzer als bei den Vorgängern, erlebt man hier jedoch eine packende Story ohne Rast und Pause. Man stürzt von einer Adrenalin geladenen Szene in die andere und vergisst dabei auch schnell mal die Zeit. Bei diesem Spiel wurde ganz klar wieder auf den Multiplayer gelegt, wobei die Hauptstory als Nebensache „dazugepackt“ wurde. Und wen die veraltete und ausgelutschte Grafik noch nicht stört, der kann beruhigt die Kampagne genießen.